[Pressespiegel] SPD-Frauen setzen sich durch

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In vier von sechs Landtagswahlkreisen treten 2018 Frauen als Direktkandidatinnen für die SPD an.

Von Claus-Jürgen Göpfert
Dreimal geht es ganz knapp zu, als die Frankfurter SPD jetzt ihre sechs Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Landtagswahl 2018 aufstellt. Und in vier der sechs Wahlkreise treten im nächsten Jahr Frauen an, das ist ein neuer Rekord. Bei der Wahl 2018 haben die Sozialdemokraten einiges gutzumachen: Beim Anlauf zuvor hatten sie keinen einzigen der sechs Wahlkreise direkt gewinnen können.Für den Süden, also den Wahlkreis 37, setzt sich die Niederräder Ortsvereinsvorsitzende Stefanie Then mit 26 zu 25 Stimmen gegen Vincent Hofmann durch, der im Ortsverein Sachsenhausen als Schriftführer fungiert.

Tatsächlich ist Then, die in der Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen (ZAN) arbeitet, in der Partei umstritten. In Niederrad sieht sie die Pläne für eine Fußball-Akademie auf dem Gelände der Galopprennbahn durchaus kritisch. Und im engagierten Kampf gegen die schädlichen Folgen des Flughafens setzt sie die Arbeit ihres verstorbenen früheren Lebensgefährten Ralf Heider fort.

Eine Stimme entscheidet auch im Wahlkreis 34 (westliche Stadtteile). Hier siegt die Stadtverordnete Petra Scharf mit 19 zu 18 Stimmen gegen den früheren Landtagskandidaten Hubert Schmitt.

Im Wahlkreis 39 (Frankfurter Nordosten) machen drei Stimmen den Unterschied. Susanne Kassold, langjähriges Ortsbeiratsmitglied, bekommt 30 Stimmen, der junge Stefan Marx, Vize-Vorsitzender im Ortsverein Riederwald, 27. Dieser Wahlkreis wurde bisher von einer in der Partei noch immer populären und prominenten Sozialdemokratin vertreten – der früheren Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti. Die 60-Jährige zieht sich aus der Landespolitik zurück.

Drei setzen sich ganz ohne Gegenkandidaturen durch. Arijana Neumann, Referentin von Oberbürgermeister Peter Feldmann, tritt im Wahlkreis 38 an (Bornheim, Nordend, Ostend). Die Politologin hat mit einer Arbeit über den politischen Gegner promoviert: „Die CDU auf Landesebene: Politische Strategien im Vergleich“.

Und dann gibt es noch zwei langjährige Landtagsabgeordnete, die es noch einmal wissen wollen – und die ebenfalls niemand herausfordert. Der 65-jährige Gernot Grumbach, seit 2003 im Hessischen Landtag und seit 2001 Vorsitzender der südhessischen SPD, kandidiert im Wahlkreis 35 (Bockenheim bis Rödelheim). Der 61-jährige Soziologe Turgut Yüksel, der 2008 zum ersten Mal in den Landtag gewählt wurde, tritt wieder im Wahlkreis 36 an (Stadtzentrum).

Das politische Ziel der Frankfurter Sozialdemokraten bei der Landtagswahl ist klar: Es soll endlich ein Direktmandat gewonnen werden. Aber erst einmal muss die Landesregierung noch den Wahltermin für 2018 festlegen.